Es gibt ein Vorher und es gibt ein Nachher. Das Vorher ist leer und laesst uns bei guter Musik aus Deutschland nur an Hamburg denken. Das Nachher ist voll mit Bildern aus einer Welt des Pops und mit Jens Friebe.
Ploetzlich war da im Maerz 2004 dieses Album und dieser Name, den man abends im Wohnzimmer um die Ecke, in das man immer ging, um doch noch ein Bier zu trinken, hoerte. Da lief dann dieses erste Album von Jens Friebe und man hatte das Gefuehl, dass er ueberall war. Morgens in der taz, mittags in der Mensa, nachmittags im Cafe und abends sowieso. Man dachte, er wuerde jeden Tag in unserer Stadt ein Konzert spielen, so gross war der Hype.
Und das zu recht. 11 wunderbare Lieder voller Pop warten auf diesem Album auf, die wir noch nie gehoert hatten. Und als wir das Album uns dann doch kauften, weil man es allein am Fenster unebdingt hoeren wollte, begruessten uns die Elektrotoene der “Gespenster” und wir fuehlten uns in unserem gestoerten Verhaeltnis zum Internet sehr bestaetigt und verstanden. Wir waren aufgewacht aus einem Tiefschlaf und sangen laut “Es steht in den Sternen, es steht in den Karten. Wenn man euch die Geraete zeigt, werdet ihr uns verraten.” Und wir hofften so stark, dass Jens Friebe uns nicht verraten wird und wir seine Freunde sein koennten. Die Texte gingen ins uns und wir konnten wochenlang nichts anders machen als hoeren, denn das war genau die Musik, die uns nach Hause traegt nach einem langen Abend, es war die lebendige “Licht und Lichtvernichtung”, die wir so sehr brauchten. Und egal, wie wir uns fuehlten und wie oft wir das Album gehoert hatten, fanden wir immer ein Lied, wonach wir uns genau in diesem Monat sehnten: “Star” fuer das Selbstmitleid, “Lied ohne Botschaft” und “Deutsches Kino” fuer unser Unverstaendnis bezueglich dieser Welt ausserhalb unseres Geheimgangs oder “Stehen geblieben” fuer das, was danach kommen wird. Und danach kam genau das, was wir uns wuenschten: Eine LP mit Remixen und zwei wunderbare neue Alben. Und so sitzen wir heute zwar in anderen Staedten, aber singen immer noch “Vorher Nachher Bilder. Welches sieht jetzt besser aus?”.
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